Dritte Irlandreise

Es war wieder soweit: September 2002 und die diesjährige Irlandtour ging nach Kilrush im Südwesten Irlands.   

              

Wir starteten diesmal von Frankfurt-Haan und flogen nach Kerry. Außer Michaela und Thomas mit Sebastian, Sabine und Austin mit Liam und Siobhan, Andrea und Stefan, Jürgen und Rosi sowie Astrid, Conny, Heike, Jürgen H., Simone und Susanne waren diesmal auch wieder Sabine P mit der kleinen Luzy und erstmals Beate dabei. Beate war ganz aufgeregt, da sie sich angeboten hatte statt Carola, die wegen einer begonnenen Weiterbildung diesmal nicht mitreisen konnte, für uns zu kochen. Als Kindergärtnerin ist sie das Kochen für viele Personen zwar gewohnt, aber im Ausland in fremder Küche zu arbeiten ist doch etwas anderes. Aber Dank der Erfahrung von Thomas aus den ersten beiden Irlandreisen war das alles kein Problem und das DKT (Düllberg-Küchen-Team) hat mal wieder bestens funktioniert.

 

Michaela, Thomas und Sebastian waren mit Beate im Auto angereist und hatten uns auf dem Weg zum Hostel, vom Ring of Kerry kommend auf der Landstraße von Ennis nach Kilrush überholt. Den Rest des Weges legten wir gemeinsam zurück. Die Ankunft im Hostel werden wir nicht vergessen: Wir wurden nicht von den anderen am Flughafen in Empfang genommen, fanden aber den Weg zum Hostel ganz gut, nachdem wir zufällig Susanne, Simone, Conny und unsere Lehrerin Siobhan in Kilrush auf dem Weg zum Pub getroffen hatten. Das Hostel gefiel uns gar nicht. Wir mussten uns für ein großes Haus entscheiden, weil zu diesem Termin nichts anderes für so viele Personen frei war. Daher waren noch andere Gäste mit im Haus und so konnten wir uns nicht ausbreiten wie gewohnt. Weil es in der Stadt liegt, ist es mehr auf Durchreisende eingestellt und entsprechend ist auch der Standart. Das Mobiliar war sehr zusammengewürfelt und abgewohnt, die Zimmer nicht gerade sauber dafür aber feucht, weil kaum geheizt wurde. Das hatte zur Folge, dass die Tapeten schon Schimmel angesetzt hatten und das Bettzeug klamm war. Sabine P, sehr um die Gesundheit ihrer immerhin erst 8 Monate alten Luzy besorgt, beschloss daher, sich am nächsten Morgen zusammen mit Astrid ein Zimmer in einem B&B in der Nähe des Hostels zu suchen.

 

Der Rest der Mannschaft saß zaudernd in der Küche und diskutierte, ob man es durchsteht oder am nächsten Tag ebenfalls nach einer anderen Unterkunft sucht. In Anbetracht der Tatsache, dass wir mit so vielen Personen schlecht spontan irgendwo unterkommen und ja auch nur zum Schlafen und Essen im Hause sein würden, krempelten alle die Ärmel hoch und versuchten mit allen Putzmitteln, derer wir habhaft werden konnten, die gröbsten Mängel zu beseitigen. Die Hostelbesitzerin durfte sich freuen: so sauber waren die Badezimmer und die Küche wohl noch nie. Bei der Gelegenheit stellten wir fest, dass einige Zimmerschlüssel nicht nur zu den eigenen Zimmern sondern teilweise auch zu fremden Zimmern passten. Wir beschlossen, diesen Zustand zu ignorieren in der Hoffnung, dass die anderen Gäste des Hostels das nicht ebenfalls herausgefunden hatten sowie im Vertrauen darauf, dass dort nur ehrliche Leute ein und aus gehen. Wir fragten die Hostelbesitzerin, ob sie einen Raum hat, den wir gemeinsam als Aufenthaltsraum nutzen könnten. Sie zeigte uns ein Zimmer, in dem eine alte Couch mit Tisch und Stühlen stand und Matratzen gelagert wurden, mit der Bemerkung dass wir ihn nach Voranmeldung gelegentlich benutzen könnten und schloss ihn wieder ab. Spitzfindig wie wir sind,  stellten wir fest, dass einer unserer Schlüssel auch zu diesem Zimmer passte und so bereitete es uns eine diebische Freude, den Raum trotzdem zu benutzen, wann immer wir wollten. So hatten wir uns nach den ersten Tagen dann doch noch ganz gut eingelebt. In dem Jahr hatte Siobhan mit uns eine Großchoreografie zur Musik „Bells of Dublin“ erarbeitet, die wir auch bei den Duisburger Tanztagen zeigen konnten und damit sogar ins Finale kamen.

 

Auf dem Weg zum Trainingsraum in einer Turnhalle stellten wir fest, dass Kilrush außer Haushaltswarengeschäften und Metzgerläden nicht allzu viel zu bieten hat. Dafür liegt es aber sehr zentral für die geplanten Ausflüge. Die Shannon-Region hat sehr viel zu bieten. Ein Muss für jeden Touristen in dieser Region ist, dem Ring of Kerry zu folgen sowie eine Tour durch die weitläufige Stein- und Heidelandschaft des Burren und natürlich ein Besuch der Cliffs of Moher. Auch die Küstenstraße mit den Cliffs of Kilkee sind nicht zu verachten. Auf jeden Fall sollte man auch das kleine, wunderschöne Städtchen Ennis besuchen: ein Mekka für Musik- und Tanzfreunde. Sehenswert ist übrigens auch Bunratty-Castle und - Folkpark, wofür man einen ganzen Tag braucht, der sich aber durchaus lohnt.

 

Unvergessen bleibt uns auch der Besuch bei Austins Familie auf der Farm in Ennis. Dort lebte Austins Vater zu der Zeit allein mit seiner Tochter und Enkelin und freute sich riesig über die Invasion, die da über ihn hereinbrach. In Ennis haben einige von uns auch an einem Setdanceabend im Cois na h Abhna teilgenommen und ich muss schon sagen: wir haben uns bei den ausnahmslos einheimischen Tänzern ganz wacker geschlagen. Auch wir bekamen Besuch im Hostel: Jorika und Carsten besuchten uns mit dem kleinen Riley, der etwa im gleichen Alter wie Luzy ist. Jorika und Carsten wohnten jetzt bereits das dritte Jahr in Irland und waren inzwischen von Dublin nach Wexford gezogen. Heikes Mann Rudi kam ebenfalls für ein Wochenende zu Besuch, da er aus betrieblichen Gründen keinen Urlaub nehmen konnte. Mit dieser Stimmungskanone an Bord gab es eine Riesengaudi in der "Abstellkammer" des Hostels bei viel Guinness mit den zuvor in Ennis gekauften "Paddy-hats".    

                                                                                           

Für dieses Jahr hatten wir beschlossen, im Anschluss an die Workshopwoche noch eine Woche Urlaub anzuhängen, wofür wir uns allerdings aufteilten. Während einige bereits wieder abreisen mussten, blieben Michaela, Thomas, Beate und Sebastian zusammen. Andrea, Stefan, Heike, Jürgen H sowie Jürgen und ich reisten bis zum nächsten Wochenende gemeinsam durch den Süden, suchten uns fast jeden Abend ein neues B&B zum Übernachten und konnten es unter anderem einrichten, im vornehmen Gleneagle Hotel in der Nähe von Killarney die Show „Magic of the dance“ zu sehen. In Killarney hat es uns übrigens sehr gut gefallen. Es ist eine wunderschöne große Stadt mit sehr vielseitigen Geschäften und Souveniershops, an denen wir auch nicht vorbeigehen konnten. Wer in der Umgebung von  Killarney eine Unterkunft sucht, sollte auf jeden Fall das Sunflower Cottage B&B wählen. Das waren bei dieser Tour die besten Zimmer für sehr annehmbare Preise.

 

Übrigens: bei der Suche nach B&B`s sollte man immer Unterkünfte bevorzugen, die mit einem Kleeblatt ausgezeichnet sind. Diese B&B`s unterliegen hinsichtlich der Qualität und Preise der Kontrolle des Touristikverbandes und wenn es wirklich mal was zu bemängeln geben sollte, kann man sich an den Verband wenden. Ansonsten muss man sich allein herumschlagen und ist auf das Wohlwollen des Vermieters angewiesen, wie wir bei der ersten Unterkunft in Ennis leider erfahren mussten. 

 

Auf dem Foto fehlen noch Sebastian und Liam - sie fanden es interessanter, mit Papa John Trecker zu fahren,

als sich mit uns fotografieren zu lassen.

 

Wir hatten trotzdem eine sehr schöne Zeit und waren uns einig, auch bei der nächsten Irlandreise die Workshopwoche wieder mit Urlaub zu verbinden.

Same procedure as this year.