... es Riverdance nicht gegeben hätte ?

 

Gedanken über unseren Verein von Rosi Bronnowsky

 

 

Im Sommer 1997 haben Jürgen und ich Ausschnitte aus Riverdance „Die Show“ im Fernsehen gesehen und die Show am 9.7.1997 live in der Arena Oberhausen. Danach stand für mich fest: So möchte ich auch mal tanzen können.

 

Durch Zufall konnten wir dies tatsächlich in die Tat umsetzen. Jürgen erfuhr durch seine Arbeitsstelle in Duisburg, dass im August 1997 in Hamborn ein Wochenendworkshop Irish-Setdance angeboten wurde. Dort haben wir Sabine und Austin kennen gelernt und wollten gerne das Erlernte weiter praktizieren. Ein Inserat im Irland-Journal hat uns mit Jorika, Carsten und Susanne zusammen gebracht, die Interessenten für irische Tänze suchten. Gemeinsam haben wir uns im Herbst 1997 bei der VHS zum Kurs „Irische und schottische Tänze“ angemeldet und dadurch erfahren, dass es Wochenendworkshops mit irischen Steptanzlehrern gibt. Nach einigen Workshops und vielen Trainingsstunden in einer inzwischen aus dem VHS-Kurs gegründeten Tanzgruppe sowie intensives privates Training stellte ich mich als Kursleiterin für einen  Schnupperkurs zur Verfügung, der am 20.10.1999 beim IKM (Internationaler Kulturkreis Moers) begonnen hat. Damit waren die Weichen gestellt für eine Gemeinschaft, wie man sie nicht alle Tage findet.

 

Aus dem ehemaligen Schnupperkurs ist eine erfolgreiche Tanzgruppe geworden, die regelmäßig öffentlich und im privaten Rahmen auftritt. Zahlreiche Interessenten haben seither bei uns ihre ersten Steppschritte erlernt. Viele tanzen noch heute, manche haben aufgegeben, als die Anforderungen stiegen oder konnten wegen Berufs- und Ortswechsel oder Familiengründung nicht mehr weiter tanzen. Andere sind noch einen Schritt weiter gegangen und haben sich bei irischen Steptanzlehrern zu Feis-Tänzern weiterbilden lassen und nehmen an Tanzwettbewerben teil oder haben eigene Gruppen gegründet, wobei jede Gruppe eigene Ziele verfolgt.  Zu vielen Ehemaligen besteht auch heute noch freundschaftlicher Kontakt. So kommt es vor, dass man sich bei Veranstaltungen trifft und es gab sogar mehrere  gemeinsame Auftritte. Durch die regelmäßigen Anfängerkurse rücken auch immer wieder Tänzer für die Auftrittsgruppe nach, so dass wir weiterhin bei Auftritten auch unsere Großchoreografien zeigen können. Wir hatten zahlreiche Auftritte, einen sogar in Irland sowie einige kuriose Auftrittsangebote, die wir nicht angenommen haben, wie unter anderem ein Angebot aus Indonesien oder die „Tournee“ durch Süddeutschland für freie Kost und Logis.

Am 20. Juli 2008 hatten wir unseren 100. Auftritt.

 

Aus den ersten Workshops heraus hat sich auch eine starke Setdance-Gruppe gebildet, die Volker erfolgreich geleitet hat und die sich jahrelang in den Pubs von Moers, Duisburg und Essen zum Setten getroffen hat. Es finden auch wieder Workshops statt. Nachdem wir uns eine ganze zeitlang hauptsächlich auf`s Steppen konzentriert haben, setten wir seit Ende 2010 auch wieder reglmäßig im Moerser Pub. Entwickelt hat sich dies, weil einige Partner von Tänzern auch Interesse hatten, selbst zu tanzen - aber Steppen sollte es dann doch nicht sein. Also hat Stefan zunächst probeweise ein paar Setnachmittage organisiert. Alle waren mit Freude dabei und unsere Setgruppe ist inzwischen stark gewachsen, weil immer mal wieder jemand neue Interessenten mitbringt. 

Aber beim Tanzen allein ist es nicht geblieben. Eine Zeit lang haben wir uns regelmäßig auch zum Musizieren getroffen. Leider stehen uns zwei Gitarrespieler und die Flötistin aus zum Teil beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung und nun sind nur noch Bodhranspieler übrig.

 

Seit 2001 sind wir auch ein Verein und Monika und Jochen sind unsere ersten passiven Vereinsmitglieder geworden. Auch ehemalige Tänzer sind uns durch die passive Mitgliedschaft weiterhin verbunden und nehmen dadurch an den Vereinsaktivitäten teil. Wir organisieren Irlandreisen und Sommerfeste. Auf jeden Fall gibt es jedes Jahr eine Weihnachtsfeier, an denen auch die Kursteilnehmer mit ihren Partnern teilnehmen und natürlich wird auch der St. Patricks Day immer in „unserem“  Irish Pub „The Fiddlers“ in Moers gemeinsam gefeiert. 

 

Es sind viele Freundschaften entstanden, die teilweise auch über weite Entfernungen noch bestehen. Sabine und Austin sowie Jorika und Carsten leben jetzt mit ihren Kindern bereits seit Jahren in Irland und Nicole in London. Sie bekommen regelmäßig Besuch von Vereinsmitgliedern.  Ein Jahr lang war Tabby aus USA bei uns Gasttänzerin und hat einige Auftritte unserer Gruppe durch ihr Softshoe-Solo bereichert. Sie nutzt jede Gelegenheit, uns wieder zu besuchen. Susanne hält jetzt im Erzgebirge die Stellung. Durch das Tanzen haben Andrea S. und Andy sich kennen gelernt. Sie sind heute noch ein Paar. Auch Regina und Bernd sind zusammen gekommen. Und wer weiß, wie lange es bei Andrea D. und Stefan noch gedauert hätte, wenn sie nicht durch das gemeinsame Hobby so viel Zeit miteinander verbracht hätten. 2008 haben Sie endlich auch geheiratet.

 

Jeder hat in der Gruppe jemanden gefunden, mit dem ihn etwas besonderes verbindet. Einige treffen sich regelmäßig zu Spiele- und Kinoabenden oder zum Plätzchen backen und Essen gehen, andere sind Fitnesspartner. Die jungen Mütter besuchen sich gegenseitig mit ihren Kindern. Für Jürgen und mich gab es besondere Highlights: Wir haben Sabine und Austins Hochzeit in Irland mitgefeiert und begrüßten mit Jorika, Carsten und Susanne zum Millenium das neue Jahr am Merrion Square in Dublin mit Champagner. Jürgen hat eine Aufgabe als Vorstandsmitglied angenommen, als er aus gesundheitlichen Gründen das Tanzen aufgeben musste und ich bin stolz darauf, Gründerin und zusammen mit Heike und Astrid (meinem Gedächtnis) Trainerin dieser Gruppe zu sein. Inzwischen koordiniert Ulrike das Training, so dass ich mich nach 9 Jahren Trainingsleitung etwas zurückziehen konnte.

 

Vor einigen Jahren hat auch eine andere Entwicklung stattgefunden: Einige Vereinsmitglieder trafen sich zum Weihnachtsplätzchen backen und brachten diese auch zur Weihnachtsfeier mit. Seitdem findet das Plätzchenbacken jedes Jahr statt. Dann kam noch Pralinenherstellung dazu.  Nach der letzten Irlandtour hat auch ein gemeinsamer Kochabend stattgefunden und auch dieses entwickelt sich scheinbar zum festen Bestandteil unseres Vereinslebens.

 

Kurz: Hätte es Riverdance nicht gegeben, hätten wir alle ein tolles Hobby verpasst, ganz viele nette Leute nicht kennengelernt und nicht so viel Aufregendes bei den Irlandreisen erlebt. Im Grunde genommen gibt es immer jemanden in der Gruppe, der für einen da ist und das ist das besondere an unserer Gemeinschaft.

 

Dein PC spinnt oder dein Handy streikt? Brauchst du jemanden, der beim Umzug oder Renovieren hilft oder ein großes Auto für Transporte hat? Hast du niemanden zum quatschen oder fehlt dir eine Begleitung fürs Kino, Konzert oder Musical? Brauchst du Rat in Behördenangelegenheiten? Bist du gesundheitlich angeschlagen, gefrustet oder traurig und brauchst eine starke Schulter zum ausweinen oder jemanden, der dir einfach mal wieder zeigt, wo es lang geht?

 

Findet man alles in den Gelben Seiten und – dank Riverdance – auch  bei Celtic Rhythm e.V.