Sechste Irlandreise

geschrieben von Regina
Nach zwei Jahren ohne Vereinsreise reiste eine kleine Gruppe 2008 nach New Ross
2006 kam Siobhan erneut zu einem Workshop nach Moers, da es für sie immer schwieriger wurde, die Termine der Irlandreisen und ihrer musikalischen Tätigkeit bei der Gruppe Iontach zu koordinieren. Im Jahr 2007 kam wegen zu vieler unterschiedlicher Termine im privaten Bereich  keine ausreichend große Gruppe für eine Irlandtour zusammen.
Mit 9 Personen ging es nun in den Südosten Irlands. Da die Gruppe diesmal nur aus 5 aktiven Tänzern bestand, wurde auf ein Training verzichtet, was im Nachhinein einen positiven Anklang in der Gruppe fand. Wir erlebten Irland nun als reinen Urlaub, was uns erlaubte, ein größeres Umfeld zu erkunden.
New Ross ist eine Stadt im County Wexford und liegt am River Barrow. Unser gebuchtes Hostel erwies sich sehr ländlich gelegen. Wir erreichten es nach einer ca. 5 min. Autofahrt über einen unbefestigten Waldweg. Für Menschen mit einer vestibulären Überempfindlichkeit kam es aber teilweise wie eine Ewigkeit vor, insbesondere nach einem guten Irish-Breakfast. Dafür wurden wir morgens mit Hahnenruf und einem Sonnenaufgang in einsamer Natur belohnt. Unsere Unterkünfte waren 2 umgebaute Stallungen, was an den geteilten Türen teilweise noch zu erkennen war. Wer die Natur liebt - und damit meine ich auch die vielen kleinen Insekten – ist hier genau richtig. Mit einer Portion Chemie war dann auch das zweite „Häuschen“ schnell bewohnbar. Nach anfänglicher Skepsis stellte sich aber heraus, dass die Abende am Kamin in heimeliger Atmosphäre sehr gemütlich waren. Unser Herbergsvater Brian war sehr aufmerksam und sorgte für die nötige Wärme vor, wenn wir erst spät nach Hause kamen. Oft verbrachten wir die Abende dann mit der Aufklärung skurriler Mordfälle (Black Storys): „War es ein Unfall? War es ein Mord?“
           
Da noch Schlafplätze zur Verfügung standen, nutzte eine ehemalige Tanz-Kollegin, welche nun in Ennis lebt, die Gelegenheit, uns im Hostel mit ihren Sohn zu besuchen. Es war ein freudiges Wiedersehen. Das mitgebrachte, frisch geerntete Gemüse wurde auch gleich zu einem leckeren Abendessen verarbeitet. Auch die Männer packten fleißig mit an und bereiteten uns einmal morgens ein leckeres Irish-Breakfast und unser Improvisationstalent Bernd bastelte aus einer leeren Milchflasche einen Filter. Wir hatten leider nur Kaffee u. Filtertüten eingepackt, wollten aber auf die morgendliche „Droge“ nicht verzichten.
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Zu den Highlights unserer Ausflüge zählte auch das Hook Lighthouse - der älteste in Betrieb stehende Leuchtturm Nordeuropas - am Hook Head und die Dunbrody in New Ross. Der Nachbau dieses Holzschiffes von 1845ermöglichte eine Zeitreise ins 19. Jahrhundert, wo Darsteller in entsprechender Gewandung sehr anschaulich die schwierigen Reisebedingungen der ersten irischen Emigranten (während der Großen Hungersnot) nach Amerika schilderten. Übrigens: Die Vorfahren von J.F. Kennedy stammten aus Dunganstown, 6 km südlich von New Ross.
Im Irish National Heritage Park erhält man einen Einblick über die erste Besiedlung Irlands (ca. 7000 v. Chr.) und deren weitere Entwicklung.
Sehenswert sind auch Tintern Abbey, Kilkenny Castle, Vinegar Hill in Enniscorthy und natürlich alle klippenumrandeten Strände und die irische Landschaft an sich. 
 
Und wieder endet eine schöne Irlandreise.